Mensch – Maschine update #3

Habe ich schon erwähnt, dass ich momentan süchtig nach dieser einen Puzzle App bin? Bin ich. Und das Gute daran ist, dass ich dazu ganz famos Hörbücher hören kann und so mein enormes Pensum an Büchern für den Mensch-Maschine Vergleich erstaunlich gut weglese, beziehungsweise weghöre.

Seit dem letzen update hat sich hier so einiges angesammelt, viel zu viel für nur einen Blogbeitrag. Deswegen habe ich beschlossen die Bücher etwas aufzuteilen und mit einer Schmimpftirade zu starten. Alle Bücher, die ich seit dem letzten mal gelesen oder gehört habe und die mir so richtig doll gar nicht gefallen haben. Wenn ich schon bei dem schönen Wetter drinnen hänge. Insgesamt herrscht derzeit übrigens punktemäßig fast Gleichstand für Menschen und Maschine. Mit einem kleinen Vorsprung für die Maschine. Es bleibt also spannend!

Amelie Nothomb „Metaphysik der Röhren“
Ich glaube, das war unter anderem witzig gemeint. Aber mich hat es nur genervt. Nutzloses pseudo philosophieren. Schlecht präsentiert. Ist auf meiner Anti-Liste gelandet…

Markus Zusak „The Book Thief“
Gehört zu den Büchern, die mich zum Zweifeln bringen, ob bei mir alles stimmt. So hochgelobt und gehimmelt. Blabla. Zugegeben war die pure Geschichte um Liesel, Rudy und Max gut. Aber die Erzählinstanz fand ich furchtbar, furchtbar, furchtbar. Aus der Sicht des Todes den Holocaust beschreiben. WTF?! Was für eine anmaßende Scheiße ist das denn? Und was ist eigentlich das Fazit des Buches? Ja, Hitler und Holocaust sind schlimm, aber die einzelnen konnten doch auch nichts dagegen tun. Dieses menscheln mit Mitläufern und Klappehaltern hat mir das ganze Buch nachhaltig zunichte gemacht.

Patrick Ness „A Monster Calls“
Spannend. Die Prämisse des Buches ist ja, den inneren Kampf eines Jugendlichen mit den ambivalenten Gefühlen zum Krebstod seiner Mutter auf so wundervolle Weise zu behandeln. Und ich wollte mir die ganze Zeit nur mit der Hand gegen den Kopf hauen. Erstens finde ich, dass Patrick Ness mit dem Alter, bzw dem Verhalten seiner Romanfigur komplett daneben gehauen hat. Conor soll 13 sein, verhält sich aber viel jünger.
Und mir fehlen ganz eindeutig vernünftige Lösungsansätze für das Problem dieses Kindes. Für mich kommt bei dem Roman am Ende raus, dass er das mit sich selber auskämpfen muss. Darf ich noch mal: WTF? Sämtliche Erwachsene versagen komplett. Ist das die Botschaft, die ich einem jugendlichen Publikum mitgegeben haben will? Nein.
Ich habe dann aber ein Kind in der entsprechenden Altersgruppe befragt, was sie denn glaube, dass das Buch ihr sagen will. Und da kam tatsächlich, dass man auch Sachen sagen soll, die einem schwer fallen zuzugeben. Na immerhin.

Jaume Cabrè „Die Stimmen des Flusses“
Ich lese Bücher normalerweise aus Prinzip fertig. Aber als ich hier nach 100 Seiten noch immer nicht das geringste Interesse für die Figuren aufbringen konnte und der Erzählstil und die gänzlich unmarkierten Zeitsprünge mitten im Absatz mir dermaßen auf die Nerven gegangen sind war ich tapfer und habe beschlossen, dass ich mit meiner Zeit doch besseres anzufangen weiß. (Puzzeln zum Beispiel und GUTE Bücher hören.)

Chris Colfer „Struck By Lightning“
Oh noch mal: WTF? Am Anfang fand ich das Geläster und Gezeter des Protagonisten ja noch zum Schmunzeln. Aber das hatte sich ganz schnell abgenutzt und war vor allem total sinnlos und hat zu gar nichts geführt. Und dann so ein schräges billiges Ende, weil dem guten Chris nichts anderes eingefallen ist, wie er das ganze jetzt auflösen soll. Pubertärer Kackdreck.

Philipp Roth „American Pastoral“ und Ian McEwan „Saturday“
fasse ich jetzt einfach mal zusammen, weil ich zu beiden das exakt selbe zu sagen haben:

weiße, mittelalte Männer, die in der Krise stecken, komische Verhältnisse zu ihren Töchtern haben und mehr (Roth) oder weniger (McEwan) verkappt ihre Töchter vögeln wollen und sterbenslangweilige innere Monologe halten INTERESSIEREN MICH NICHT.

Jay McInerney „The Good Life“
Auch hier hatte ich ein großes Problem mit der Sexismuskappe. Frauen wollen in der Ehe dieses und jenes, aber auf keinen Fall unter normalen Umständen ihren Mann betrügen. What?
Sehr schade, abgesehen davon und vom fatalen Ende war die Geschichte ganz nett. Die Idee 9/11 aus der Sicht von mehr oder weniger am Rande betroffenen zu erzählen, die bei den Aufräumarbeiten helfen, fand ich auch nicht doof.
Aber ein Buch, das mir verkaufen will, dass es doch eine total tolle Entscheidung der betrügenden und betrogenen Ehefrau ist, WEGEN DER KINDER bei ihrem Ehemann zu bleiben, obwohl er sie VERGEWALTIGT, geht nicht. Geht nicht. Geht nicht. Geht nicht. Dafür gibt es nicht mal ein WTF. Dafür gibt es die Antiliste und Hass, Hass, Hass.

Two Dots

Die doofe Vanessa wieder. Wie schon erwähnt gab es da mal dieses Spiel „Dots“. Das auch irgendwann durch war. Das scheint den Machern auch aufgefallen zu sein und jetzt haben sie „Two Dots“ auf den Markt geschmissen.
Schon bei Dots gab es die Möglichkeit die Scores durch hinzukaufen von Superkräften zu pimpen. Man konnte sich aber auch einfach Punkte erspielen und davon Superkräfte kaufen, das Spiel also völlig entspannt ohne Geld auszugeben spielen.
Nicht so bei Two Dots.
Ich habe ja durchaus Verständnis, dass App-Entwickler_innen auch Geld für ihre Arbeit haben wollen. Ich bin derzeit süchtig nach einer wundervollen Puzzle App, die auch schlicht „Puzzles“ heißt, im App-Store aber aus mir nicht erklärbare Gründen nur zu finden ist, wenn man nach „Jigsaw“ sucht. Da gibt es für Gratis eine schöne Auswahl an Puzzeln. Theoretisch kann man sogar eigene Bilder importieren. Praktisch sind die Puzzelteile dann so verpixelt, dass ich das nicht puzzeln will. Ich hoffe ganz stark, dass die Funktion noch verbessert wird. Anfang des Monats gab es ein Update und mit dem Update konnte man neue Puzzelsets erwerben. Ein Paket gab es Gratis und die anderen 3 oder 4 haben je um die 0,89 Cent gekostet. Hey, kein Problem. Tolle App. Alle anderen Puzzle Apps kann man dagegen in die Tonne treten. Und ich bin wie erwähnt süchtig. Da gebe ich auch mal vier Euro aus.

Aber Two Dots?!

Die Grundidee ist gut. Es gibt vorgeschriebene Level mit Aufgaben. Schafft man ein Level nicht, kostet das ein Leben. Von Haus aus hat man 5 Leben und damit man erst mal richtig angefixt wird, werden einem die nächsten 5 Leben einmalig aufgefüllt. Und dann? Kann man entweder pro Leben 0,89 Cent zahlen oder 20 Minuten warten. Für 1 (!!!) Leben. Will man also bei schwierigeren Levels nicht alle 20 Minuten wieder ein Leben drauf hauen und 20 Minuten warten, dauert es über eineinhalb (!) Stunden, bis man 5 (!!!) neue Versuche hat. Ich hing gestern Ewigkeiten an einem Level, das definitiv so ausgelegt war, dass es mit der Anzahl der verfügbaren Züge nur mit sehr, sehr viel GLÜCK zu schaffen war. Nur mit Skills kommt man hier nämlich nicht weiter. Da hätte ich dann für wieder 0,89 Cent 5(!!!) Züge dazu kaufen können. So wie das Level angelegt ist, ist das NICHTS. Mit Pech hätte ich also 10 Euro oder mehr ausgeben können um 1 Level zu schaffen.
Nö.
Mit 5 Minuten Wartezeit könnte ich mich ja noch anfreunden. Menschen die bereit sind für Gimmicks in Spielen Geld auszugeben machen das auch schon um 5 Minuten Wartezeit zu überspringen. Auch Superkräfte zukaufen zu können um besser zu scoren ist ok. Es soll ja auch Menschen geben, die Geld für virtuelle Farmen ausgeben.
Aber wenn ohne Geld ausgeben kein Spielspass zu haben ist sollte man die App doch bitte gleich zum Kaufen auf den Markt schmeißen. So ist das ganze Abzocke auf ganz miesem Niveau und hat mit einem guten Spiel und Spass nichts mehr zu tun.

Und das Design? Ich hoffe, dass das die „Dumb Ways To Die“ Designer_innen gemacht haben und gutes Geld dafür bekommen haben, sonst ist es nämlich ein ziemlich mieser Abklatsch…

Leider ein Riesenfail!

Gefahreninseln statt Gefahrengebiet?

Fassungslos starre ich seit einer Stunde auf meine facebook (ja ich weiß) timeline, die ich seit Tagen nicht gesehen habe. Da freuen sich Menschen über die Aufhebung des Gefahrengebietes. Was schon mal bedeutet, dass ein größerer Anteil an Menschen, als mir lieb ist, die Hamburger Morgenpost als ernst zu nehmende Informationsquelle betrachtet. Aber auch die, denen bewusst war, dass das Gefahrengebiet einfach etwas verkleinert und in drei Zonen aufgeteilt wurde, freuen sich.
Zum Teil, weil ihre Wohnung und oder ihre Arbeitsstelle nicht mehr darin liegt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tapfer egoistischen Einstellung.
Oder weil sie es als ersten Schritt einer Deeskalation betrachten?

Ich verstehe das nicht. Zeit für Erleichterung ist erst, wenn alle Gefahrengebiete aufgehoben sind und alle rechtlichen Grundlagen zur Einrichtung von Gefahrengebieten abgeschafft sind. Wenn die personellen Konsequenzen sowohl in der Politik als auch innerhalb der Polizei gezogen werden.

Allerdings kann man der Polizei zu ihrer Taktik nur gratulieren. Ihr Plan scheint bei weiten Teilen der Bevölkerung aufzugehen.

Mich würde zudem eine Stellungnahme der mopo interessieren. Hat sie wissentlich zu Gunsten der Polizei eine Fehlinformation gestreut oder ist sie findigen Formulierungen der Polizei auf den Leim gegangen?

 

Ich jedenfalls habe weiter schlaflose Nächte, weil ich mich in dieser Welt der totalen Überwachung gekoppelt mit absoluter Polizeiwillkür nicht mehr sicher fühle. Weil ich mittlerweile bei jeder Polizeisirene ein ungutes Gefühl habe. Weil es nicht sein kann, das zahllose meiner Freundinnen und Freunde sich morgens tatsächlich Gedanken darüber machen, was sie anziehen sollen, um nicht von gepanzerten Polizisten angehalten und durchsucht zu werden.

Auch dass der Begriff Gefahreninsel so schnell aufgegriffen wird fasziniert mich. Das sind keine Inseln. Das sind 3 Gefahrengebiete. Und drei ist für mich immer noch mehr als 1. Ganz abgesehen davon, dass es schon erste Meldungen gibt, die sagen, dass die neuen Grenzen bei einigen Polizist_innen noch nicht angekommen zu sein scheinen.

You say potato, I say potato. You say Gefahreninsel, I say Gefahrengebiet.

1 Tag Gefahrengebiet

Während in der Lerchenstrasse und der Stresemannstrasse Spontandemos stattfinden, bei denen ich schändlicherweise offensichtlich fehle, habe ich mich an einen kleinen Storify Remix mit Tweets vom ersten Tag Gefahrengebiet gemacht. Die Kategorien könnten bestimmt origineller sein. Und ja, es ist unheimlich mühsam sich durch diesen furchtbaren storify Seitenaufbau zu klicken. Aber es lohnt sich bis zum Ende durchzuhalten, auch wenn nicht jeder einzelne Tweet gelesen werden muss.

Wie immer bin ich mit meiner Filterbrille über die Tweets gegangen. Dennoch muss nicht jeder einzelne Tweet meine Meinung widerspiegeln oder wurde von mir als besonders spannend oder informativ eingestuft. Gerade in der Rubrik “Betroffene” kam es mir besonders darauf an Vielfalt zu zeigen und diese anonymen Menge “Menschen im Gefahrengebiet” aufzubrechen um zu zeigen, dass hier wirklich Menschen leben, die sich davon eingeschränkt fühlen oder den (Ausnahme)-Zustand erwähnenswert finden.

HIER: STORIFY !!!!!!

p.s.: was wie immer nervt: tweets, die auf facebook verweisen.

Mensch – Maschine update

Wer sich fragt, wie es meinem Buch-Versuch (hihi) geht:

Sehr weit bin ich leider noch nicht gekommen, weil ich einen vermeintlich neuen Scarlett Thomas Roman entdeckt habe („Bright Young Things”), der sich dann als ganz alter herausstellte, und trotzdem toll war, obwohl ich jedes andere Buch mit dem Klappentext sofort in die Tonne getreten hätte. Bei Scarlett Thomas bin ich zugegeben voreingenommen. Die will ich toll finden. Nur PopCo fand ich verhältnismäßig schwach, das mag aber auch an meiner völlig falschen Erwartungshaltung gelegen haben.

Und dann musste ich noch „American Gods“ von Herrn Gaiman lesen, weil ich aus Versehen zuerst „Anansi Boys“ (den „zweiten“ Teil) gelesen hatte und als Serienjunkie geht so was ja gar nicht. Leider war ich auch von „American Gods“ etwas underwhelmed, auch wenn ich genauso wie bei „Anansi Boys“ das Ende super fand und die letzten 200 Seiten dann auch endlich spannend.

Von den Empfehlungen habe ich bisher Muriel Barbery “Die Eleganz des Igels“ (The Elegance of the Hedgehog) gelesen, das mir leider überhaupt nicht gefallen hat. (Mensch-Empfehlung)
Da ich derzeit überlege einen eigenen Podcast zu starten will ich hier im Moment nicht mehr dazu schreiben. Sollte das etwas werden wird meine Meinung dort ausführlich zu hören sein.

Noch viel weniger gefallen hat mir „angerichtet“ von Hermann Koch. (Mensch-Empfehlung) Dafür gilt das selbe wie oben. Nur kurz: I’m just not buying it.

Was ich ganz, ganz toll fand ist Nicole Krauss’s „Man Walks Into A Room“, das ich hier auch schon erwähnte. (Mensch-Empfehlung) Ein klarer Anwärter für meine Top Favoriten Liste.

Es gefiel mir sogar besser als Nicole Krauss’s super Bestseller „The History of Love“, das ich kurz danach gelesen habe. (Maschine-Empfehlung)

Im Moment bin ich bei Ian McEwan „ Sweet Tooth“ und bisher völlig begeistert.
Ich werde das am Ende (das ich noch nicht gesetzt habe) übrigens ganz öde nach Punkten, bzw Sternen entscheiden. Ich habe mir für die Mensch-Empfehlungen und die Maschine-Empfehlungen eine Liste angelegt. Bei goodreads kann man 1 bis 5 Sterne für die Bücher vergeben. Da bedeutet dann

1 Stern – did not like it
2 Sterne – it was ok
3 Sterne – liked it
4 Sterne – really liked it
5 Sterne – it was amazing

Wer die meisten Sterne bei gleicher Anzahl Bücher hat gewinnt.

Hier schon mal die momentane Liste an Vorschlägen, falls irgendwer noch nach Inspiration sucht oder mitlesen will:

Frau Gumpert, Buchhandlung ZweiEinsDrei, Hamburg:
Teju Cole „Open City“
Ian McEwan „ Sweet Tooth“
T.C. Boyle „San Miguel“
Nicole Krauss „Man Walks Into A Room“

Christiane Scheven, Buchhandlung ZweiEinsDrei, Hamburg:
Chad Harbach „Die Kunst des Feldspiels“ (The Art Of Fielding)
Daniel Woodrell „Der Tod von Sweet Mister“ (The Death Of Sweet Mister)
Lily Brett „Lola Bensky“
Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer, der Birken liebt“

Cliff Kilian, Buchladen Shakespeare und so, Mainz:
Hilary Mantel „Wölfe“ (Wolf Hall)
Richard Powers „Der Klang der Zeit“ (The Time Of Our Singing)
Jaume Cabré „Die Stimmen des Flusses“
Hermann Koch „angerichtet“

Kurt Idrizovic, Buchladen am Obstmarkt, Augsburg:
John Williams „Stoner“
Alex Capus „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“
Alex Capus „Léon und Louise“
Ian McEwan „Honig“ (Sweet Tooth)
Leon de Winter „Ein gues Herz“
Robert Harris „Intrige“ (An Officer And A Spy)
Stephen King „Joyland“

Und zu Stephen King muss man nach Aussage von Kurt Idrizovic auch unbedingt die Rezension von Dietmar Dath gelesen haben. Ich gebe das hier so weiter.

Herr Fischer, Taschenbuchladen Krüger, Augsburg:
Patrick Ness / Siobhan Dowd „Sieben Minuten nach Mitternacht“ (A Monster Calls)
Patrin Ness „New World – Die Flucht“ (The Knife of never Lettin Go) – Chaos Walking Triology
Ursula Poznanski „Erebos“
Anne C. Voorhoeve „Liverpool Street“

Frithjof Klepp, ocelot, Berlin:
Jonathan Franzen „Die Korrekturen“
Philip Roth „Verschwörung gegen Amerika“
Thomas Wolfe „Schau heimwärts, Engel“
Jenny Erpenbeck“ Heimsuchung“

Tina Friedrich, Uslar & Rai, Berlin
Jonathan Lethem „Chronic City“
James Frey „Das letzte Testament der heiligen Schrift“
William Boyd „Ruhelos“
Gerard Donovan „Winter in Maine“
Junot Diaz „Das kurze wundersame Leben“
John Niven „Koma“

Jenny:
Die Eleganz des Igels – Muriel Barbery
Der Schaum der Tage – Boris Vain
The Secret History – Donna Tartt
Fegefeuer – Sofi Oksanen
The book thief – Marcus Zusak
Tell the wolves I’m home – Carol Rifka Brunt
Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children – Ransom Riggs
All my friends are superheroes – Andrew Kaufman (andre Bücher von Kaufman gehen auch)
Why be happy when you could be normal? – Jeanette Winterson
Doppler – Erlend Loe

Katharina:
Amelie Nothomb – “Metaphysik der Röhren”
Ian McEwan – “Saturday”
Jonathan Franzen – “Freiheit”

Gesa:
Reif Larsen – “Die Karte meiner Träume”
Matthew Sharpe – “Eine amerikanische Familie”
Philip Roth – “Der menschliche Makel”
Und P.G. Wodehouse – alles

Kathrin Weßling: Jonathan Franzen – die Korrekturen

Martin Hilpert: G.D Roberts – Shantaram

Meike: Mark Haddon – The Curious Incident Of The Dog In the Night-Time

Goodreads:
Nicole Krauss „The History of Love
James Robertson „The Testament of Gideon Mack“
Philip Roth „American Pastoral“
Rachel Cohn „Dash & Lily’s Book of Dares“
Jennie Shortridge „When She Flew“
Willy Vlautin „The Motel Life“
Tony Vigorito „ Just a Coule of Days“
Marc-Uwe Kling „Die Känguru Chroniken“
Will Davis „My Side Of The Story“
Rosecrans Baldwin „You Lost Me There“
Jennifer Brown „Hate List“

Nachtrag:

Zadie Smith “NW”
Paullina Simons “The Girl IN Times Square”
Ferdinand von Schirach “Verbrechen”
Terry Prachtett “Guards, Guards”
Terry Pratchett & Neil Gaiman “Good Omens”
Tom Perrotta “Joe College”
Sarah Ockler “Twenty Boy Summer”
Matthew Norman “Domestic Violets”
Richard C. Moray “The Hundred-Foot Journey”
Jay Minerney “The Good Life”
Colum McCann “Let The Great World Spin”
Richard Matheson “Somewhere In Time”
David Levithan “Boy Meets Boy”
Nina LaCour “Hold Still”
Nicole Krauss “Great House”
Dorothy Koomson “My Best Friend’s Girl”
Ken Grimwood “Replay”
John Green ” Let It Snow”
Alan Garner “Thursbitch”
Patrick Gale “Notes from an Exhibition”
Neil Gaiman “The Ocean at The End Of The Lane”
Laura Esquivel “Like Water for Chocolate”
Chris Colfer “Struck By Lightening”
Robin Benway “Audrey, Wait”
Pat Barker “Toby’s Room”
Laurie Halse Anderson “Wintergirls”

 

Jetzt muss mir nur noch jemand ganz viel Urlaub schenken…

Ein kleiner Lobgesang auf das Internet

Mittwoch Nacht bin ich in Augsburg gestrandet. Ich kam pünktlich um 22.30h in Augsburg an, frohen Mutes, ob einer angenehmen Zugfahrt mit ganz viel lesen. Zwischendurch habe ich mit einer Folge „Haven“ zum essen meine eigene Party gefeiert

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und freute mich auf diesen kurzen Ausflug.

Ich überlegte kurz ein Taxi zum reservierten Hotel zu nehmen und dachte dann, Quatsch, jetzt hast du ja die ganze Zeit gesessen, das läufst du, trotz schwerer Tasche (ja, auch für einen Tag, schon allein die Bücher!).

Also spazierte ich in die Altstadt und dachte, ach wie hübsch wird das alles morgen bei Tageslicht aussehen.
Und dann stand ich vor verschlossener Tür. Leider hatte das Hotel versäumt mir zu sagen, dass sie nur bis 22h besetzt sind. Ich hatte sogar im Vorfeld noch kurz überlegt anzurufen und nachzufragen, habe den Gedanken dann aber mit „wir haben 2013“ abgetan. Ausserdem hatte ich wegen der Option auf Sojamilch und einen veganen Brotaufstrich mit dem Hotel gemailt. Da hätten die das doch nachgefragt!
Und spätestens in der Reservierungsbestätigung hätte ich einen Einzeiler erwartet, der mich darauf hinweist, dass ich ankündigen muss, falls ich nach 22h eintreffe.
Nichts dergleichen.

Ich habe dann eine private Internetsuch in Hamburg angeleiert und gleichzeitig einen Tweet abgesetzt, in der Hoffnung, dass irgendwer irgendwie helfen kann.

Und dann passierte das:

In sekundenschnelle verbreitete sich mein Notruf. Sehr schnell kamen erste Tips und Antworten. Und hätte die private Internethilfe in Hamburg nicht doch noch das allerletzte Hotel in einigermaßen akzeptabler Nähe gefunden (wegen eines Fußballspiels war ALLES im Stadtinneren und auch ausufernd ausgebucht), das noch ein Zimmer frei hatte – hätte ich mich in eine Kneipe gesetzt und noch etwas länger gewartet, es hätte sich etwas gefunden!

Wie schon in meinem Folgetweet

auch an dieser Stelle noch mal 1000 Dank! Wie toll! Twitter, du geile Sau!

Und über facebook taten sich am nächsten Tag gleich mehrere Möglichkeiten auf, die hatten das nur leider Nachts nicht mehr gesehen.

Eine ehemalige Couchsurferin, die am Ende gar nicht bei mir schlief, sondern auf einem sagenhaften Tunng Konzert mit mir war. Ich hatte völlig vergessen, dass sie aus Augsburg kam. Aber sie hat sich gemeldet und auf alle Zeit Obdach in Augsburg angeboten.

Eine andere Couchsurferin schrieb am nächsten morgen eine sms, dass ihre Mutter in Augsburg sei. Zur Zeit zwar nicht dort, aber eine der Freundinnen der Mutter hätte mich bestimmt aufgenommen.

Merkt hier jemand einen Trend? Ich habe mich ja schon mal über das tolle Konzept des Couchsurfens ausgelassen, aber an solchen Sachen merkt man mal wieder, wie toll und wertvoll es ist Menschen von überall kennenzulernen.

Und eine Freundin schrieb, dass doch ihre gesamte WG aus Augsburg käme…

Beinahe hätte ich eines dieser Angebote auch angenommen. Ob des Sturms gab es Bedenken, ob ich mit dem Zug bis nach Hamburg durchkäme. Zu Recht. Irgendwo hinter Hannover hingen wir das erste mal fest wegen eines Baumes auf den Gleisen. Der war aber eigentlich schon wieder runter von den Gleisen und sie wollten die Strecke noch testfahren. Dann ging es weiter. Bis dann der nächste Baum auf die Gleise fiel und die Strecke meines ICE nach Hamburg endgültig gesperrt wurde.

Nach gefühlten zwei Stunden warten hieß es dann, wir sollten in den Zug auf dem anderen Gleis umsteigen, um mit diesem nach Hannover zu fahren, wo es keine Hotels mehr gäbe, sie würden dann von dort aus versuchen über eine andere Strecke nach Hamburg zu fahren. Ich hätte um 23.09 in Hamburg sein sollen. Es wurde dann 5.20h.

Wie schrieb Kommander so schön:

aber immerhin heil zurück

fairy pfui food

Das fällt zwar klassisch unter selbst Schuld, aber manchmal muss ich mich eben auch über mich selbst ärgern.

Da war ich heute meinen Wocheneinkauf im Veganz machen, kam an der fairy food Theke vorbei und dachte, hmm, der Brownie sieht aber lecker aus, vielleicht nimmst du den nachher mit. Ich nahm. Und dabei weiß ich doch, dass bei fairy food einfach nichts märchenhaft ist – am wenigsten die Preise – und schon gar nichts schmeckt. So einen saharatrockenen Brownie hinzubekommen ist schon eine Kunst! Wobei es in der Sahara wenigstens Oasen gibt. An dem Brownie war einfach mal überhaupt nichts positives zu finden. Also: Finger weg!

Ich war ja von Anfang an skeptisch, als herauskam, dass fairy food im Hamburger Veganz das Bistro bespielen werden. Spätestens bei der Eröffnung, als meine Freundin V. für 5 Euro die abgeranzte Mini-Ecke der Lasagne verkauft wurde, die obendrein öde schmeckte, wurde aus Skeptizismus Sicherheit.

Für meinen Geschmack dauert die Kooperation schon viel zu lange und ich kann nur hoffen, dass sie ganz bald zu Ende geht und eine vernünftige Alternative gefunden wird. Im Moment tut sich in der veganen Hamburger Gastro Szene doch endlich etwas, da muss es auch Menschen geben, die das Veganz Bistro Hamburg an die Qualität des Berliner Bistros anpassen können.
In Berlin bekommen die Bedienungen im Gegensatz zu den Hamburgern übrigens auch den Mund auseinander und wissen wie lächeln geht. In echt und nicht aalglatt.

Wenn ihr dieses Logo seht:
logo

empfehle ich einfach weiter zu gehen.

die Unlust am demonstrieren

hat auch bei mir schon lagen eingesetzt. Zu anstrengend, zu viele Menschen, zu laut. Und vor allem: irgendwer ist ja immer da, mit dem man nicht zusammen unter einer Fahne laufen will. Irgendwelche Forderungen oder Parolen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann.

Und überhaupt: bringt ja eh nix.

Wenn also selbst ich meinen Hintern hochbekomme und bei fieser Hitze einen Riesenmarsch durch die Innenstadt bei der “Stop Wathching Us” Demo durchstehe: wo waren dann die anderen?

Am Meer, in Lübeck, beim Eisessen?!

Weil wir uns alle nicht mehr aufregen wollen, und schon längst geschlagen gegeben haben?

Auch ich stehe extrem auf der zukunftspessimistischen Seite. Menschen, die der Meinung sind, was sie auf Facebook schreiben sei in irgendeiner Art und Weise privat oder geschützt, schaue ich mit großen, ungläubigen Augen an.

Trotzdem bin ich gestern los gegangen. Weil:

- ich alle unterstützen will, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben und für unser Grundrecht auf Privatsphäre kämpfen (so lange sie nicht von der FDP sind und mir einen von keiner “VERDACHTSLOSEN Vorratsdatenspeicherung” erzählen, ich will überhaupt gar keine Vorratsdatenspeicherung, lieber Herr Müller-Sönksen).

- ich noch einen Funken Hoffnung habe, dass die Mädels und Jungs vom CCC und allen ähnlichen Organisationen auf der Welt einen Weg finden, die Überwacher zu überwachen

- ich Whistleblower unterstützen will, weil wir darauf angewiesen sind, dass es noch ein paar Menschen mit Gewissen auf der Welt gibt (oder aus welchen Gründen auch immer sie auspacken)

- die Kinder meiner Freunde nicht in einem komplett totalitären System aufwachsen sollen

Und weil das verdammt gute Gründe sind, war ich schwer frustriert, wie wenig Leute mit mir auf der Straße waren, auch wenn die bundesweite Zahl von 10.000 als großer Erfolg gefeiert wurde. 10.000 von 81,8 Millionen? Ist denen wirklich allen egal, dass ihre Kommunikation überwacht wird?

Besonders freue ich mich immer über die “Ich hab ja nichts zu verbergen”- Leute. Entschuldigung, aber woher willst du wissen, was in 5 Jahren schon als verdächtig gilt (what the heck? HEUTE!)? Vielleicht wirft dich deine Krankenkasse raus, nachdem du mitten in der Nacht ein Glas Nutella bei Amazon bestellt hast, weil sich ungesund verhaltende Versicherte zu teuer werden könnten?

WO ZUM TEUFEL WART IHR?!

Neue Chance: Die Freiheit statt Angst Demo am 7.9. in Berlin!

Ausflug ins Neandertal

Am Freitag klopfte es an meinem Elfenbeinturm aus einem hoch gendersensibilisierten Freundeskreis.

Durch Zufall schlitterte ich in eine Unterhaltung über Gleichstellung und Gleichberechtigung. Und über den Sinn oder Un-Sinn von Frauenquoten.

Und weil ich ja nicht schlauer werde, habe ich mich in die Unterhaltung eingemischt. Und machte eine Zeitreise ins tiefe Neandertal.

Ich will die Diskussion hier gar nicht wiedergeben. Aber meine Lieblingszitate waren:

“Männer und Frauen können ja nicht gleich sein. Wie soll das gehen. Da kann ich auch kommen und sagen, ich will jetzt Kinder gebären können.”
(Really? Du willst Kinder gebären? Viel Spaß, ICH bin nicht scharf auf die Schmerzen…)

“Ich bin halt ein Typ und ich will auch männlich sein!”
(Aha, und was ist für dich männlich und woher kommt das wohl, warum du glaubst, dass das männlich ist?)

“Also alle (!) Frauen die ich kenne, sind auch völlig überfordert damit, was heute so von einer Frau erwartet wird!”
(Really? Davon sind die überfordert? Vielleicht sollten die mal über Identitätsbildung und Selbstbewusstsein nachdenken, wenn sie der Meinung sind, sich von irgendwem erzählen lassen zu können, wie sie sein sollen, anstatt zu leben, was sie leben wollen.)

“Die (die Frauen), die wollen auch schwächer sein als Männer. Die wollen auch beschützt werden.”
(REALLY?!?!?!?! Öhm, könnte es sein, dass du dir die Frauen, die du kennst, auch dementsprechend AUSSUCHST?)

“Nee, ich lerne halt Frauen kennen und entweder die sind mir sympathisch oder nicht.”
(Ach! Und was glaubst du wohl, was Frauen für dich sympathisch macht?)

Ich bin dann bei der ersten guten Gelegenheit ganz schnell abgehauen und sitze noch immer Kopfschüttelnd da. Nur das traurige ist: das ist ja die Realität.

Unbefugt

So in etwa war meine Woche:

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Ich hätte mich wieder über viel wundern können, hätte ich nicht vor längerem beschlossen, mich einfach nicht mehr so viel zu wundern. Ich wünschte mit nur manchmal, alle Menschen hätten ein Hobby, dass sie glücklich macht. Das würde viel helfen.

Aber einen tollen Ausklang hatte die Woche <3 IMG_6788

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