Gutmenschtum

Ich arbeite ja seit einigen Jahren daran Gutmensch zu werden.

Das ist nicht ganz einfach, weil auch ich mangelndes Selbstwertgefühl oft durch Herabsetzung anderer auszugleichen versuche.

Das ist nicht ganz einfach, weil ich eine Ironie- und Sarkasmus-Schlampe bin und sich das manchmal ganz schlecht verträgt.

Das ist nicht ganz einfach, weil ich in einem meiner Berufe oft mit sooo viel DUMMHEIT und Respektlosigkeit und Ignoranz konfrontiert werde, dass mein ohnehin nicht besonders langer Geduldsfaden gelegentlich reißt. Und wenn der reißt, dann kann ich schon auch ungemütlich werden.

Ich versuche das dann auszugleichen wo es geht. Veganismus finde ich einen verdammt schlauen Ansatz. Deswegen habe ich mich auf f-buch dieser Tage gefreut, als Björn Lexius dieses Zitat teilte:

“The real struggle in being vegan doesn´t involve food. The hardest part about being vegan is coming face-to-face with the darker side of humanity & trying to remain hopeful. It´s trying to understand why otherwise good & caring people continue to participate in needless violence against animals just for the sake of their own pleasure or convenience.” -Jo Tyler.

Und ich habe mich gefreut, als ich über diesen Beitrag gestolpert bin:

http://jezebel.com/5946643/reddit-users-attempt-to-shame-sikh-woman-get-righteously-schooled

Und ich bemühe mich viel öfter Leuten zu sagen, wenn ich etwas an ihnen toll finde. Oder ihnen zu zeigen, dass ich sie mag. Sollten wir eh alle viel öfter machen. Und in den Arm nehmen. Öfter mal einfach in den Arm nehmen.

The Hirn works in mysterious ways

Ich habe die letzten Tage zum zweiten mal in kurzer Zeit eine kleine Reise in die Vergangenheit gemacht.
Da privat privat ist, will ich das hier nicht weiter ausweiten. Aber es ist doch erstaunlich, was frau so völlig verdrängt, und was frau auf einmal wieder einfällt. Namen, Menschen, an die ich seit zig Jahren keinen Gedanken verschwendet habe, tauchen in Zusammenhängen wieder auf.

Das skurrile Gefühl, ein Haus zu betreten, in dem ich meine halbe Jugend verbracht habe. Sich zu erinnern, dass die Küche aber früher anders aussah.

Wie vertraut einem Menschen sind, die man Ewigkeiten nicht gesehen hat.

Das Gefühl, dass die Eltern der Freunde auslösen. Keine Ahnung haben, ob man die jetzt duzen oder siezen soll. Klar duzen die mich noch. Nur bin ich ja schon lange aus dem Alter raus, in dem ich geduzt werde ohne zurück zu duzen.

Wie schnell ich das Gefühl habe, neue Menschen schon ewig zu kennen, weil sie so natürlich zu diesen alten Menschen gehören.

Und den festen Vorsatz mitnehmen, dass nicht wieder so viele Jahre vergehen, in denen der Kontakt so brachliegt.

Ich hege diese Theorie schon lange, aber die letzten Wochen haben sie mal wieder bestätigt: Freundschaften aus der Pubertät gehen irgendwie tiefer.

Die Sprache ist kaputt oder ich nicht kreativ genug. Gefühle gehören unter die Brust. Alles klingt nach Kitsch. Deswegen einfach: Danke A & N <3

Unbefugt

So in etwa war meine Woche:

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Ich hätte mich wieder über viel wundern können, hätte ich nicht vor längerem beschlossen, mich einfach nicht mehr so viel zu wundern. Ich wünschte mit nur manchmal, alle Menschen hätten ein Hobby, dass sie glücklich macht. Das würde viel helfen.

Aber einen tollen Ausklang hatte die Woche <3 IMG_6788

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