die Unlust am demonstrieren

hat auch bei mir schon lagen eingesetzt. Zu anstrengend, zu viele Menschen, zu laut. Und vor allem: irgendwer ist ja immer da, mit dem man nicht zusammen unter einer Fahne laufen will. Irgendwelche Forderungen oder Parolen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann.

Und überhaupt: bringt ja eh nix.

Wenn also selbst ich meinen Hintern hochbekomme und bei fieser Hitze einen Riesenmarsch durch die Innenstadt bei der “Stop Wathching Us” Demo durchstehe: wo waren dann die anderen?

Am Meer, in Lübeck, beim Eisessen?!

Weil wir uns alle nicht mehr aufregen wollen, und schon längst geschlagen gegeben haben?

Auch ich stehe extrem auf der zukunftspessimistischen Seite. Menschen, die der Meinung sind, was sie auf Facebook schreiben sei in irgendeiner Art und Weise privat oder geschützt, schaue ich mit großen, ungläubigen Augen an.

Trotzdem bin ich gestern los gegangen. Weil:

- ich alle unterstützen will, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben und für unser Grundrecht auf Privatsphäre kämpfen (so lange sie nicht von der FDP sind und mir einen von keiner “VERDACHTSLOSEN Vorratsdatenspeicherung” erzählen, ich will überhaupt gar keine Vorratsdatenspeicherung, lieber Herr Müller-Sönksen).

- ich noch einen Funken Hoffnung habe, dass die Mädels und Jungs vom CCC und allen ähnlichen Organisationen auf der Welt einen Weg finden, die Überwacher zu überwachen

- ich Whistleblower unterstützen will, weil wir darauf angewiesen sind, dass es noch ein paar Menschen mit Gewissen auf der Welt gibt (oder aus welchen Gründen auch immer sie auspacken)

- die Kinder meiner Freunde nicht in einem komplett totalitären System aufwachsen sollen

Und weil das verdammt gute Gründe sind, war ich schwer frustriert, wie wenig Leute mit mir auf der Straße waren, auch wenn die bundesweite Zahl von 10.000 als großer Erfolg gefeiert wurde. 10.000 von 81,8 Millionen? Ist denen wirklich allen egal, dass ihre Kommunikation überwacht wird?

Besonders freue ich mich immer über die “Ich hab ja nichts zu verbergen”- Leute. Entschuldigung, aber woher willst du wissen, was in 5 Jahren schon als verdächtig gilt (what the heck? HEUTE!)? Vielleicht wirft dich deine Krankenkasse raus, nachdem du mitten in der Nacht ein Glas Nutella bei Amazon bestellt hast, weil sich ungesund verhaltende Versicherte zu teuer werden könnten?

WO ZUM TEUFEL WART IHR?!

Neue Chance: Die Freiheit statt Angst Demo am 7.9. in Berlin!

neues veganes Café Liberty

In Hamburg hat heute das rein vegane Eis /- Café Liberty am Fischmarkt aufgemacht. Das musste ich natürlich sofort testen. Ausführlich.

Gestartet habe ich mit dem American Sandwich mit Tofu, das schlappe 2.20 gekostet hat und superlecker war.

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Kosten durfte ich von dem RAW Schokokuchen. Toll!!!

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Und ich hatte den Käsekuchen. Ein Traum!!!!! Traum!!!!

(…vor Begeisterung vergessen ein Foto zu machen…)

Und es gab Waldmeister-Eis. WALDMEISTER! Geilgeilgeilgeilgeil!

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(Gut, wer sich über die Farbe wundert: das ist Haselnuss, soll aber auch sehr lecker gewesen sein!)

Es tut sich was in Hamburg. Bitte weiter so. Ich wäre ja auch für einen veganen Lieferservice. Na, wer will?

Ausflug ins Neandertal

Am Freitag klopfte es an meinem Elfenbeinturm aus einem hoch gendersensibilisierten Freundeskreis.

Durch Zufall schlitterte ich in eine Unterhaltung über Gleichstellung und Gleichberechtigung. Und über den Sinn oder Un-Sinn von Frauenquoten.

Und weil ich ja nicht schlauer werde, habe ich mich in die Unterhaltung eingemischt. Und machte eine Zeitreise ins tiefe Neandertal.

Ich will die Diskussion hier gar nicht wiedergeben. Aber meine Lieblingszitate waren:

“Männer und Frauen können ja nicht gleich sein. Wie soll das gehen. Da kann ich auch kommen und sagen, ich will jetzt Kinder gebären können.”
(Really? Du willst Kinder gebären? Viel Spaß, ICH bin nicht scharf auf die Schmerzen…)

“Ich bin halt ein Typ und ich will auch männlich sein!”
(Aha, und was ist für dich männlich und woher kommt das wohl, warum du glaubst, dass das männlich ist?)

“Also alle (!) Frauen die ich kenne, sind auch völlig überfordert damit, was heute so von einer Frau erwartet wird!”
(Really? Davon sind die überfordert? Vielleicht sollten die mal über Identitätsbildung und Selbstbewusstsein nachdenken, wenn sie der Meinung sind, sich von irgendwem erzählen lassen zu können, wie sie sein sollen, anstatt zu leben, was sie leben wollen.)

“Die (die Frauen), die wollen auch schwächer sein als Männer. Die wollen auch beschützt werden.”
(REALLY?!?!?!?! Öhm, könnte es sein, dass du dir die Frauen, die du kennst, auch dementsprechend AUSSUCHST?)

“Nee, ich lerne halt Frauen kennen und entweder die sind mir sympathisch oder nicht.”
(Ach! Und was glaubst du wohl, was Frauen für dich sympathisch macht?)

Ich bin dann bei der ersten guten Gelegenheit ganz schnell abgehauen und sitze noch immer Kopfschüttelnd da. Nur das traurige ist: das ist ja die Realität.