Reeperbahn Festival 2013 in bed with Playlist

Ich hab da mal eine Playlist fertig gemacht.

Mit überhaupt keinem Anspruch auf Vollständigkeit.

Und mit ganz großer Filterbubble drumrum, weil ich mich nur durch Folk, Indie, Indie-Pop und Singer/Songwriter gehört habe. Electro geht halt nicht so gut im Bett und alles andere fällt mir aus dem Rahmen. Solltet ihr doch noch einen Wahnsinnsvorschlag für eine in bed with session haben: her damit!

Mein Zeitplan ist zwar mittlerweile komplett zu, aber ich notiere das dann für die Zukunft. Ihr dürft euch auf ganz viele neue sessions freuen mit einigen (leider nicht allen, das ist so ungefähr meine Wunschliste gewesen) dieser Künstler:

in bed with Reeperbahn Festival 2013

Ich habe ein wenig gestrebt: Dino Joubert war frühzeitig in Hamburg angereist, der ist schon im Kasten <3 Dino Joubert

fairy pfui food

Das fällt zwar klassisch unter selbst Schuld, aber manchmal muss ich mich eben auch über mich selbst ärgern.

Da war ich heute meinen Wocheneinkauf im Veganz machen, kam an der fairy food Theke vorbei und dachte, hmm, der Brownie sieht aber lecker aus, vielleicht nimmst du den nachher mit. Ich nahm. Und dabei weiß ich doch, dass bei fairy food einfach nichts märchenhaft ist – am wenigsten die Preise – und schon gar nichts schmeckt. So einen saharatrockenen Brownie hinzubekommen ist schon eine Kunst! Wobei es in der Sahara wenigstens Oasen gibt. An dem Brownie war einfach mal überhaupt nichts positives zu finden. Also: Finger weg!

Ich war ja von Anfang an skeptisch, als herauskam, dass fairy food im Hamburger Veganz das Bistro bespielen werden. Spätestens bei der Eröffnung, als meine Freundin V. für 5 Euro die abgeranzte Mini-Ecke der Lasagne verkauft wurde, die obendrein öde schmeckte, wurde aus Skeptizismus Sicherheit.

Für meinen Geschmack dauert die Kooperation schon viel zu lange und ich kann nur hoffen, dass sie ganz bald zu Ende geht und eine vernünftige Alternative gefunden wird. Im Moment tut sich in der veganen Hamburger Gastro Szene doch endlich etwas, da muss es auch Menschen geben, die das Veganz Bistro Hamburg an die Qualität des Berliner Bistros anpassen können.
In Berlin bekommen die Bedienungen im Gegensatz zu den Hamburgern übrigens auch den Mund auseinander und wissen wie lächeln geht. In echt und nicht aalglatt.

Wenn ihr dieses Logo seht:
logo

empfehle ich einfach weiter zu gehen.

vegan for fit

hab ich mir dann auch mal gekauft. Ich verzichte auf einen link, wer das Buch finden will befrage die Suchmaschine seines Misstrauens.

Im Laden sagte ich noch: “Das darfst du jetzt aber niemandem weitererzählen, dass ich das gekauft habe.”

Weil so viele so genervt von Herrn Hildmann sind. Weil er in der veganen Szene gerne etwas belächelt wird, weil er von den Medien zum Guru erkoren wird. Weil viele nicht auch noch das zehnte Foto von Attila mit freiem Oberköper sehen wollen. Weil es was mit abnehmen zu tun hat und – abnehmen, da stehen wir doch drüber.

Und warum habe ich es dann gekauft? Weil ich absolut keine Kochphantasie besitze und es im veganen Bereich noch ziemlich wenig ausgeschilderte Rezepte im low carb Bereich gibt. Und weil low carb funktioniert, wenn man trotzdem Genuss am Essen haben kann und vor allem SATT wird. SATT werden ist bei mir nämlich so ein Problem. Vor allem wenn ich viel Sport mache. Es soll Menschen geben, die mich “Fressmaschinchen” nennen (auf die Verniedlichungsform lege ich viel Wert).
Seit ein paar Wochen treffe ich mich nun regelmäßig mit Freund_Innen und wir kochen ganz brav von vorne nach hinten die Hauptgerichte durch (auf saisonalen Zutaten basierende ausgenommen). Und schon beim ersten Rezept habe ich skeptisch auf die Mengenangaben geblickt und verkündet, wir sollten vielleicht lieber das doppelte machen.

Dann kam die Überraschung: ich habe noch nie ein Kochbuch / Rezepte erlebt, bei denen ich von der angedachten Menge satt werde. Nicht nur satt, ich bin auch befriedigt. Weil die Sachen einfach fantastisch lecker sind. Unser running gag ist Mandelmus. Wir haben glaube ich zwei Rezepte ausmachen können, in denen kein Mandelmus oder ein anderes Nussmus vorkommt. Womit wir auch schon beim größten Problem sind: günstig ist das alles nicht. Aber wert ist es das.

Allen, die von Attila genervt sind oder meinen, die Vermarktungsmaschine sei da etwas zu heiß gelaufen kann ich jetzt voll Überzeugung entgegentreten und sagen: na und! Ich habe schon die ganze Zeit den Standpunkt vertreten, dass es mir völlig egal ist, über welche Schiene Menschen zum Umdenken ihrer Ernährungsgewohnheiten gebracht werden. Und wenn vielleicht ein paar Testosteronbolzen die sonst nur Fleisch, Fleisch, Fleisch schreien über Attila auf die Idee kommen, dass Muskelaufbau und Sportlichkeit auch ohne tierisches Eiweiß, tierisches Eiweiß, tierisches Eiweiß geht – bitte! Her damit! Und jetzt kann ich auch noch sagen, dass es nicht nur heiße Luft ist, sondern ein schönes Konzept und tolle Rezepte dahinter stehen.

Sehr, sehr hübsch ist das ganze auch. Die Fotos von Simon Vollmeyer und Sandra Czerny sind unheimlich gut. Deswegen habe ich auch von Anfang an darauf verzichtet selbst Fotos von unseren Ergebnissen zu machen und zu posten.

Ausnahme die Cinnamon bliss Kiss Pralinen. Vorsicht: Suchtgefahr!

IMG_7952

Und jetzt freue ich mich auf heute Abend, wenn das nächste Rezept getestet wird!

neue Maßstäbe bei Sea + Air

Die folgenden Sätze schrieb ich im Februar, beschwingt von meinem ersten Sea + Air Konzert. Und dann lag der Beitrag brav hier rum. Nun endlich und top aktuell, weil sie gerade jetzt wieder auf Tour sind (Tourdaten siehe unten) und auch Hamburg zum Reeperbahnfestival beglücken – le text:

Neue Maßstäbe in der Kategorie unpeinliche und charmante Ansagen wurden da Montag in der Prinzenbar bei Sea + Air gesetzt. Bitte, bitte, bleibt für immer so.

Liebe andere Bands: nehmt euch ein Beispiel!

Und was für ein fantastischer Trick, die erste Ansage zu bühnenflüstern um gleich die richtige Atmosphäre zu beschwören.

Überhaupt: was für ein fantastisches Konzert! Mein Anti-Bierzelt-Klatsch-Herz hat sich natürlich vor allem über die Publikums-Percussion-Einlage mit den klimpernden Schlüsseln gefreut.

Zum Nachschwelgen [oder jetzt auch Vorschwelgen] die eigens und extra von Eleni gebastelte, wunderschöne setlist:

setlist_sea+air

Auch topaktuell: das neue Video!

Le Tourdaten:
09.09. Offenbach, Hafen Zwei
10.09. Köln, Stadtgarten
11.09. Dortmund, FZW
12.09. Duisburg, Alte Feuerwache
14.09. Osnabrück, Kleine Freiheit
15.09. NL – Breda, Breda Barst
16.09. Aachen, AZ
17.09. Berlin, Lido Berlin
18.09. Jena, Café Wagner
19.09. PL – Wroclaw
20.09. Plauen, Malzhaus
21.09. Potsdam, Waschhaus
22.09. Leipzig, Moritzbastei
24.09. Bremen, Lagerhaus
26.09. Rostock, MAU-Club
27.09. Flensburg, Kühlhaus
28.09. Hamburg, Reeperbahn Festival
29.09. Münster, Cafe Sputnik
30.09. Regensburg, Heimat
02.10. Tübingen, Sudhaus Tübingen
03.10. Karlsruhe, Jubez
04.10. CH – Sursee, Kulturwerk 118
09.10. CH – Baden, Merker
13.10. NL – Volkoren Festival

Couchsurfing

Heute mal kein Ärger und keine Politik. Wobei: ich halte es für politisch ganz schlau, sich mit Menschen überall auf der Welt zu vernetzen!

Doch zum Thema:

Als ich vor drei Jahren unbedingt nach Stockholm reisen wollte, aber gerade knapp bei Kasse war, empfahl mir irgendwer couchsurfing.

Couch was? Bei fremden Menschen auf der Couch schlafen? Ich war skeptisch. Aber ich war zum Glück auch nicht alleine unterwegs. Also haben K und ich uns entschieden, das Risiko einzugehen.

Gäbe es eine Liste der 10 besten Entscheidungen meines Lebens, wäre diese zumindest ein heißer Anwärter.

(Apropos: gute Idee für Peter und seine “auslisten”- Serie, vielleicht noch schöner mit den schlechtesten Entscheidungen)

Da das ganze auch noch eine sehr spontane Aktion war und ich auf die individuellen Anfragen an registrierte Gastgeben in Stockholm keine Antwort oder nur Absagen bekam, haben wir es über die emergency couch Gruppe Stockholm versucht.

Eigentlich ist der Sinn der Sache, dass man sich anhand der Profile (die die Nutzer möglichst authentisch ausfüllen sollten) gleichgesinnte Gastgeber sucht. Und auf der Gegenseite Gäste aufnimmt, die einem sympathisch erscheinen. Der Hauptpunkt von couchsurfing ist nicht kostenlos irgendwo absteigen, sondern vor allem mit Hilfe der Gastgeber die bereiste Stadt erleben, wie man sie sonst nicht erleben würde.

Und genau das ist dann auch passiert. Ich hatte auf das emergency Gesuch glaube ich zwei Angebote, das eine von einem jungen Mann, der ein ganzes Stück ausserhalb wohnte und eines, das mir einfach zu suspekt war. Also habe ich ganz dreist eine Stockholmerin angemorst, die einem anderen Notsuchenden über die Gruppe Asyl gewehrt hat. Ob sie nicht zufällig noch Platz für zwei mehr hätte. Und da Jenny einer der coolsten Personen ist, die ich kenne, sagte sie ja! Daraufhin hatten wir zwei unheimlich lustige Touri-Tage in Stockholm mit einem jungen Amerikaner, der gerade auf Europatour war. Und abends hat Jenny uns durch die Stockholmer Kneipenszene geführt.

Nachdem ich zurück in Hamburg war, war ich also völlig von dem System überzeugt und habe bereitwillig Gäste aufgenommen und es kein einziges mal bereut. Von manchen habe ich gar nicht so viel mitbekommen, weil ich keine Zeit hatte etwas mit ihnen zu unternehmen, manche sind mir sehr ans Herz gewachsen. Und mein Menscheninstinkt hat mich nie im Stich gelassen.

Da waren die wundervollen Sloweninnen, die den besten Apfelstrudel der Welt backen und von denen eine die Farbe von M&M’s am Geschmack erkennen kann (true story, wir haben das getestet!).
Die beiden Amerikaner, die auch von diesem Couchsurfing Ding gehört hatte und ganz viel Angst vor mir und dem System hatten, weil, was sind das für komische Menschen, die einfach so Fremde bei sich aufnehmen. Das würde in Amiland in 99% des Landes halt niemand machen.
Der Österreicher, der ähnlich wie ein anderer Bekannter von mir auf einer Frequenz redet, DIE ICH NICHT VERSTEHE, aber es hat dann doch so weit gereicht, dass klar war: Musik- und Filmgeschmack 1a.
Der Berliner, der für eine völlig abgefahrene Klanginstallation in Hamburg war.
Die wahnsinnig nette Französin, wegen der ich endlich mal meinen Hintern hochbekam und das Gängeviertel besuchte.
Die unheimlich lustige Schwedin, die einfach Vollnerd beim Thema Sprachen und auch sonst ist.
Wieder eine Slowenin, deren Biografie sich schon so großartig las, wie sie auch im echten Leben ist.

Daraus ergibt sich ein fantastisches Netzwerk aus Orten überall in der Welt, an denen ich Menschen kenne, die ich treffen könnte oder bei denen ich sogar übernachten könnte, wenn ich denn mal auf die Ecke käme.

Ich hatte zwischendurch auch eine Stressbedingte Flaute und ich muss nicht permanent andere Menschen in meiner Wohnung haben, aber ich im Moment mal wieder voll motiviert öfter Gäste aufzunehmen, weil es bisher jedes mal eine tolle Erfahrung war.

Mein einziges großes Bauchweh an der ganzen Sache sind natürlich die Daten, die da erhoben werden. Selbst wenn sie nicht verkauft werden (wovon ich leider ausgehe, wer mehr dazu weiß: gerne kommentieren) so ist doch auf alle Fälle sehr leicht an sie heranzukommen.

Dafür habe ich natürlich wie immer meinen Namen wie er im Ausweise steht nicht benutzt, aber das ändert an den sozialen Verknüpfungen, die ich durch Bewertungen meiner Gastgeber und Gäste offen lege, nichts.