Frisch verliebt in Kalle Mattson und JF Beauchamp

Gestern 18h, Hotel Pacific. Ein junger Kanadier, der mir versichert, sein Name würde wie John Cale (nachdem er auch benannt ist, die Eltern wollten mit der Schreibweise die finnischen Wurzeln väterlicherseits würdigen) ausgesprochen werden, nicht wie schwedischer Tubenkäse, erobert mein Herz.

Das Hotel Pacific ist ja eher nicht bekannt für strahlende Schönheit und sagenhaftes Ambiente. Wir haben aus der Situation so das Beste rausgeholt, dass Caro sogar fragte, ob das eine private Schlafgelegenheit wäre.

Die session, das kann ich glaube ich jetzt schon sagen, wird in die Top Ten “in bed with” sessions aufgenommen. Wie immer hier oder hier danach Ausschau halten. Es wird allerdings noch ein wenig dauern. Wahrscheinlich kommt sie im Vorfeld zur April Tour.

Aber! Es gibt ein paar Chancen die wundervolle reduzierte Show ohne Band, nur mit JF, dieser Tage zu sehen. Und zwar hier:

https://www.facebook.com/kallemattson/app_123966167614127

Apropos JF. Ich bin verliebt. In die Musik und Kalle sowieso.  Aber ganz doll in JF. Wenn bei Bright Eyes Konzerten die Trompeten einsetzten sollen bei mir schon das ein oder andere mal Tränen geflossen sein. Mit Trompeten und Hörnern bekommt man mich halt fast immer. Und wenn man sie dann noch so virtuos spielt wie JF: Liebe.

Mensch – Maschine update #2

Ich habe gelesen und gehört!

Bei meinem Versuch herauszufinden wer mir die besseren Buchvorschläge macht – Buchhändler_innen und Bekannte oder Algorithmen – bin ich wieder ein paar Bücher voran gekommen. Das letzte update und eine Liste aller Bücher gibt es hier.

Mein absoluter Favorit mit 5 von 5 Sternen vorne weg. Nie im Leben hätte ich das erwartet. Vielleicht mochte ich es deswegen so gerne: Stephen King’s “Joyland” (Mensch-Empfehlung). Ein Buch über Freundschaft und Verlust. Erwachsen werden und loslassen. Und das ganze mit ein paar feinen Weisheiten über das Leben und den Rest. Und dem wunderschönen Zitat: “When it comes to the past, everyone writes fiction.”

Fast genauso toll fand ich Ian McEwan’s “Sweet Tooth“ (Mensch-Empfehlung). Da habe ich mich doch glatt von der Wendung am Schluss überraschen lassen, obwohl ich sie hätte vorhersehen können, wäre ich etwas aufmerksamer gewesen oder hätte ich mich nicht so treiben lassen. Aber manchmal ist es ja auch schön sich die Hand vor den Kopf zu schlagen und laut “klar” zu rufen.

Auch richtig gut gefallen hat mir “The Testament of Gideon Mack“ von James Robertson (Maschine-Empfehlung). Das passt auch schön zum Stephen King Zitat. Wie glaubwürdig sind biografische Erzählungen? Auch hier ein wundervolles Zitat:

‘Film,’ John said. ‘I think we think of our lives as films. Movies. Moving pictures. Sometimes you catch yourself thinking – or you hear someone saying – “Oh, mind when that happened, it was just like that scene in such-and-such.” If your life is like a film it gives it a kind of framework. I think we imagine our lives as movies because that’s the only way left to understand them.’

‘Speak for yourself,’ Gregor laughed. ‘You’re talking mince, John.’

‘Actually I don’t think he is,’ Nancy said. ‘You’re saying films, John, but it could be fiction, it’s the same thing. When I think of all the novels I’ve read, I do wonder if it’s been a sensible use of my time. Why would I fill my head with all those made-up stories if it wasn’t to try and understand my own story? Every month my book group discusses a novel an its characters as if they were real people making real choices. Life is a story. It doesn’t matter whether it’s a book or a film, it’s still a story.’

 

Dann hatte ich noch Patrick Ness “New World – Die Flucht“ (“The Knife of never Lettin Go”  – Chaos Walking Triology). Das hat mich jetzt nicht so umgehauen. Ich fand die Grundidee spannend: wie geht man damit um, wenn man ständig und immer die Gedanken aller im Kopf hören kann. Aber das ganze war mir zu Hunger Games ohne die Brillianz von Hunger Games. Gleich nach dem ich den ersten Teil fertig hatte habe ich mir auf Wikipedia die Zusammenfassung der anderen beiden Teile durchgelesen, weil ich mir sicher war, dass ich sie nicht komplett werde lesen wollen. Und das heißt schon etwas bei mir als bekennende Serienjunkiesse.

Bei Erlend Loe‘s “Doppler” konnte ich mich lange nicht entscheiden wie es finde und dachte, ich muss den zweiten Teil lesen / hören um zu sehen wie es endet. Die Zusammenfassung habe ich noch  nicht gelesen, Falls jemand eine gute findet: her damit. Ich habe jetzt aber beschlossen, dass ich es doof finde, weil es ganz wichtige Fragen wie den Sinn des ständigen Strebens danach Dinge besonders gut zu machen und wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu sein oder wie lange der derzeitige Kapitalismus funktionieren kann kaputt macht, in dem Elend Loe den Erzähler völlig überzieht.

Mit ist schon klar, dass das ganze auch witzig sein sollte, aber dann war es wohl nicht ganz mein Humor.

Auch David Levithan’s “Boy Meets Boy” (Machine-Empfehlung – fehlt auf der Übersichtsliste, weil Goodreads natürlich auch wieder neue Vorschläge macht, wenn man Dinge aus der Liste wegliest) war mit etwas zu bemüht. Ein paar Grundideen waren ganz nett, die Liebesgeschichte war ganz nett. Aber insgesamt halt nur ganz nett. Hat jetzt nicht geschadet, es nebenbei zu hören, wäre aber kein Buch, dass ich verschenken müsste.

Teaser: so gut wie fertig bin ich mit Amelie Nothomb – “Metaphysik der Röhren” und mal wieder Neil Gaiman “The Ocean At The End Of The Lane”.

 

 

 

Gefahreninseln statt Gefahrengebiet?

Fassungslos starre ich seit einer Stunde auf meine facebook (ja ich weiß) timeline, die ich seit Tagen nicht gesehen habe. Da freuen sich Menschen über die Aufhebung des Gefahrengebietes. Was schon mal bedeutet, dass ein größerer Anteil an Menschen, als mir lieb ist, die Hamburger Morgenpost als ernst zu nehmende Informationsquelle betrachtet. Aber auch die, denen bewusst war, dass das Gefahrengebiet einfach etwas verkleinert und in drei Zonen aufgeteilt wurde, freuen sich.
Zum Teil, weil ihre Wohnung und oder ihre Arbeitsstelle nicht mehr darin liegt. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tapfer egoistischen Einstellung.
Oder weil sie es als ersten Schritt einer Deeskalation betrachten?

Ich verstehe das nicht. Zeit für Erleichterung ist erst, wenn alle Gefahrengebiete aufgehoben sind und alle rechtlichen Grundlagen zur Einrichtung von Gefahrengebieten abgeschafft sind. Wenn die personellen Konsequenzen sowohl in der Politik als auch innerhalb der Polizei gezogen werden.

Allerdings kann man der Polizei zu ihrer Taktik nur gratulieren. Ihr Plan scheint bei weiten Teilen der Bevölkerung aufzugehen.

Mich würde zudem eine Stellungnahme der mopo interessieren. Hat sie wissentlich zu Gunsten der Polizei eine Fehlinformation gestreut oder ist sie findigen Formulierungen der Polizei auf den Leim gegangen?

 

Ich jedenfalls habe weiter schlaflose Nächte, weil ich mich in dieser Welt der totalen Überwachung gekoppelt mit absoluter Polizeiwillkür nicht mehr sicher fühle. Weil ich mittlerweile bei jeder Polizeisirene ein ungutes Gefühl habe. Weil es nicht sein kann, das zahllose meiner Freundinnen und Freunde sich morgens tatsächlich Gedanken darüber machen, was sie anziehen sollen, um nicht von gepanzerten Polizisten angehalten und durchsucht zu werden.

Auch dass der Begriff Gefahreninsel so schnell aufgegriffen wird fasziniert mich. Das sind keine Inseln. Das sind 3 Gefahrengebiete. Und drei ist für mich immer noch mehr als 1. Ganz abgesehen davon, dass es schon erste Meldungen gibt, die sagen, dass die neuen Grenzen bei einigen Polizist_innen noch nicht angekommen zu sein scheinen.

You say potato, I say potato. You say Gefahreninsel, I say Gefahrengebiet.

1 Tag Gefahrengebiet

Während in der Lerchenstrasse und der Stresemannstrasse Spontandemos stattfinden, bei denen ich schändlicherweise offensichtlich fehle, habe ich mich an einen kleinen Storify Remix mit Tweets vom ersten Tag Gefahrengebiet gemacht. Die Kategorien könnten bestimmt origineller sein. Und ja, es ist unheimlich mühsam sich durch diesen furchtbaren storify Seitenaufbau zu klicken. Aber es lohnt sich bis zum Ende durchzuhalten, auch wenn nicht jeder einzelne Tweet gelesen werden muss.

Wie immer bin ich mit meiner Filterbrille über die Tweets gegangen. Dennoch muss nicht jeder einzelne Tweet meine Meinung widerspiegeln oder wurde von mir als besonders spannend oder informativ eingestuft. Gerade in der Rubrik “Betroffene” kam es mir besonders darauf an Vielfalt zu zeigen und diese anonymen Menge “Menschen im Gefahrengebiet” aufzubrechen um zu zeigen, dass hier wirklich Menschen leben, die sich davon eingeschränkt fühlen oder den (Ausnahme)-Zustand erwähnenswert finden.

HIER: STORIFY !!!!!!

p.s.: was wie immer nervt: tweets, die auf facebook verweisen.