Ein kleiner Lobgesang auf das Internet

Mittwoch Nacht bin ich in Augsburg gestrandet. Ich kam pünktlich um 22.30h in Augsburg an, frohen Mutes, ob einer angenehmen Zugfahrt mit ganz viel lesen. Zwischendurch habe ich mit einer Folge „Haven“ zum essen meine eigene Party gefeiert

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und freute mich auf diesen kurzen Ausflug.

Ich überlegte kurz ein Taxi zum reservierten Hotel zu nehmen und dachte dann, Quatsch, jetzt hast du ja die ganze Zeit gesessen, das läufst du, trotz schwerer Tasche (ja, auch für einen Tag, schon allein die Bücher!).

Also spazierte ich in die Altstadt und dachte, ach wie hübsch wird das alles morgen bei Tageslicht aussehen.
Und dann stand ich vor verschlossener Tür. Leider hatte das Hotel versäumt mir zu sagen, dass sie nur bis 22h besetzt sind. Ich hatte sogar im Vorfeld noch kurz überlegt anzurufen und nachzufragen, habe den Gedanken dann aber mit „wir haben 2013“ abgetan. Ausserdem hatte ich wegen der Option auf Sojamilch und einen veganen Brotaufstrich mit dem Hotel gemailt. Da hätten die das doch nachgefragt!
Und spätestens in der Reservierungsbestätigung hätte ich einen Einzeiler erwartet, der mich darauf hinweist, dass ich ankündigen muss, falls ich nach 22h eintreffe.
Nichts dergleichen.

Ich habe dann eine private Internetsuch in Hamburg angeleiert und gleichzeitig einen Tweet abgesetzt, in der Hoffnung, dass irgendwer irgendwie helfen kann.

Und dann passierte das:

In sekundenschnelle verbreitete sich mein Notruf. Sehr schnell kamen erste Tips und Antworten. Und hätte die private Internethilfe in Hamburg nicht doch noch das allerletzte Hotel in einigermaßen akzeptabler Nähe gefunden (wegen eines Fußballspiels war ALLES im Stadtinneren und auch ausufernd ausgebucht), das noch ein Zimmer frei hatte – hätte ich mich in eine Kneipe gesetzt und noch etwas länger gewartet, es hätte sich etwas gefunden!

Wie schon in meinem Folgetweet

auch an dieser Stelle noch mal 1000 Dank! Wie toll! Twitter, du geile Sau!

Und über facebook taten sich am nächsten Tag gleich mehrere Möglichkeiten auf, die hatten das nur leider Nachts nicht mehr gesehen.

Eine ehemalige Couchsurferin, die am Ende gar nicht bei mir schlief, sondern auf einem sagenhaften Tunng Konzert mit mir war. Ich hatte völlig vergessen, dass sie aus Augsburg kam. Aber sie hat sich gemeldet und auf alle Zeit Obdach in Augsburg angeboten.

Eine andere Couchsurferin schrieb am nächsten morgen eine sms, dass ihre Mutter in Augsburg sei. Zur Zeit zwar nicht dort, aber eine der Freundinnen der Mutter hätte mich bestimmt aufgenommen.

Merkt hier jemand einen Trend? Ich habe mich ja schon mal über das tolle Konzept des Couchsurfens ausgelassen, aber an solchen Sachen merkt man mal wieder, wie toll und wertvoll es ist Menschen von überall kennenzulernen.

Und eine Freundin schrieb, dass doch ihre gesamte WG aus Augsburg käme…

Beinahe hätte ich eines dieser Angebote auch angenommen. Ob des Sturms gab es Bedenken, ob ich mit dem Zug bis nach Hamburg durchkäme. Zu Recht. Irgendwo hinter Hannover hingen wir das erste mal fest wegen eines Baumes auf den Gleisen. Der war aber eigentlich schon wieder runter von den Gleisen und sie wollten die Strecke noch testfahren. Dann ging es weiter. Bis dann der nächste Baum auf die Gleise fiel und die Strecke meines ICE nach Hamburg endgültig gesperrt wurde.

Nach gefühlten zwei Stunden warten hieß es dann, wir sollten in den Zug auf dem anderen Gleis umsteigen, um mit diesem nach Hannover zu fahren, wo es keine Hotels mehr gäbe, sie würden dann von dort aus versuchen über eine andere Strecke nach Hamburg zu fahren. Ich hätte um 23.09 in Hamburg sein sollen. Es wurde dann 5.20h.

Wie schrieb Kommander so schön:

aber immerhin heil zurück

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