Liebeshymne an Terry Pratchett

Einer der  goodreads Vorschläge bei meinem online – offline Test war “Guards, Guards” von Terry Pratchett. Und es war zu erkennen, das es offensichtlich Teil 8 von irgendwas ist. Und da ich nun mal Serienjunkie bin musste ich dieses Irgendwas dann natürlich auch von vorne konsumieren und nicht einfach Teil 8. Und so habe ich die letzten Monate in der “discworld” (Scheibenwelt) verbracht. Eine Fantasiewelt, die zu Beginn technisch irgendwo im Mittelalter hängt und sonst sehr viel mit unserer Welt zu tun hat. Bis auf die Hexen, Magier, Drachen, Riesen, Zwerge, Goblins, Vampire, Werwölfe und was das Herz sonst noch begehrt.

Das ist aber alles nur nebensächlich. Hauptsächlich sind die bisher 40 erschienenen Romane nämlich vor allem eins: fantastisch lustig und  bezaubernd kurzweilig.

Terry Pratchett nimmt auf die Schippe, was man auf die Schippe nehmen kann. Politik, Geschlechterrollen, Wirtschaft, Roman- und Filmklischees und historische Allgemeinplätze. Es gibt ein Hauptpersonal, das abwechselnd die Hauptrolle in den einzelnen Teilen spielt. Manchmal kreuzen sich die Wege in anderen Teilen und manchmal gibt es kleine Ausschlägerromane. Die Post wird erfunden, der Computer, das Bankwesen, der Film, und die Dampflock. Und über alles, aber auch alles wird sich lustig gemacht.

Selten oder vielleicht auch nie habe ich bei Hörbüchern so oft so laut in mein Kämmerchen gelacht. Einer der Momente der mir am meisten nachhängt ist als Commander Vimes, der besessen von der Dunkelheit, durch unterirdische Gänge wütet, weil er es nicht zur täglich festen Vorlesezeit seines Sohnes zurück geschafft hat, und “Where is my cow” brüllt.

Nicht zu vergessen “Death”. Der eine Enkelin hat. Nicht leiblich natürlich. Aber seltsamerweise haben sich seine „Fähigkeiten“ auf Susanne übertragen. Und wenn der Tod mal wieder in einer Sinnkriese steckt, muss Susanne ran. Die Susanne Teile gehören definitiv zu meinen Favoriten.

Und dann ist da noch der Bibliothekar. Ein Magier, der sich bei einem etwas daneben gelaufenen Experiment in einen Orang-Utan verwandelt hat und gegen alle Versuche ihn in seine alte Gestalt zu bringen wehrt. Gerne trinkt, Schlägereien toll findet und mindestens 100 Bedeutungen von „Ugh“ auf Lager hat.

Als ich vor wenigen Tagen den bisher letzten Teil fertig gehört habe, war ich sehr, sehr traurig. Vor allem, weil unklar ist, ob es weitere Teile geben wird. Alzheimer, die Sau, hat sich in Terry Pratchetts Gehirn breit gemacht. Als ich das nächste Hörbuch anfing, war es sehr seltsam nach so langer Zeit eine andrere Stimme als die von Stepfen Briggs, den festen Sprecher der letzten ca 20 Bände, zu hören. Zum Glück war “Great House” von Nicole Krauss so großartig, dass ich gerade so damit leben konnte.

Und dann: habe ich angefangen “Good Omens” von Terry Pratchett und Neil Gaiman zu hören. Auch ein goodreads Vorschlag. Und wer liest das: Steven Briggs! Allerdings ist es fast noch befremdlicher ihn all die bekannten Stimmen anderen Charakteren zu geben. Bleibt nur die Hoffnung, dass Herr Pratchett noch viele lichte Momente erlebt und ich die gewohneten Charaktere vielleicht noch in ein zwei Büchern zu hören bekomme.

Ugh!

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