Mensch – Maschine update #3

Habe ich schon erwähnt, dass ich momentan süchtig nach dieser einen Puzzle App bin? Bin ich. Und das Gute daran ist, dass ich dazu ganz famos Hörbücher hören kann und so mein enormes Pensum an Büchern für den Mensch-Maschine Vergleich erstaunlich gut weglese, beziehungsweise weghöre.

Seit dem letzen update hat sich hier so einiges angesammelt, viel zu viel für nur einen Blogbeitrag. Deswegen habe ich beschlossen die Bücher etwas aufzuteilen und mit einer Schmimpftirade zu starten. Alle Bücher, die ich seit dem letzten mal gelesen oder gehört habe und die mir so richtig doll gar nicht gefallen haben. Wenn ich schon bei dem schönen Wetter drinnen hänge. Insgesamt herrscht derzeit übrigens punktemäßig fast Gleichstand für Menschen und Maschine. Mit einem kleinen Vorsprung für die Maschine. Es bleibt also spannend!

Amelie Nothomb „Metaphysik der Röhren“
Ich glaube, das war unter anderem witzig gemeint. Aber mich hat es nur genervt. Nutzloses pseudo philosophieren. Schlecht präsentiert. Ist auf meiner Anti-Liste gelandet…

Markus Zusak „The Book Thief“
Gehört zu den Büchern, die mich zum Zweifeln bringen, ob bei mir alles stimmt. So hochgelobt und gehimmelt. Blabla. Zugegeben war die pure Geschichte um Liesel, Rudy und Max gut. Aber die Erzählinstanz fand ich furchtbar, furchtbar, furchtbar. Aus der Sicht des Todes den Holocaust beschreiben. WTF?! Was für eine anmaßende Scheiße ist das denn? Und was ist eigentlich das Fazit des Buches? Ja, Hitler und Holocaust sind schlimm, aber die einzelnen konnten doch auch nichts dagegen tun. Dieses menscheln mit Mitläufern und Klappehaltern hat mir das ganze Buch nachhaltig zunichte gemacht.

Patrick Ness „A Monster Calls“
Spannend. Die Prämisse des Buches ist ja, den inneren Kampf eines Jugendlichen mit den ambivalenten Gefühlen zum Krebstod seiner Mutter auf so wundervolle Weise zu behandeln. Und ich wollte mir die ganze Zeit nur mit der Hand gegen den Kopf hauen. Erstens finde ich, dass Patrick Ness mit dem Alter, bzw dem Verhalten seiner Romanfigur komplett daneben gehauen hat. Conor soll 13 sein, verhält sich aber viel jünger.
Und mir fehlen ganz eindeutig vernünftige Lösungsansätze für das Problem dieses Kindes. Für mich kommt bei dem Roman am Ende raus, dass er das mit sich selber auskämpfen muss. Darf ich noch mal: WTF? Sämtliche Erwachsene versagen komplett. Ist das die Botschaft, die ich einem jugendlichen Publikum mitgegeben haben will? Nein.
Ich habe dann aber ein Kind in der entsprechenden Altersgruppe befragt, was sie denn glaube, dass das Buch ihr sagen will. Und da kam tatsächlich, dass man auch Sachen sagen soll, die einem schwer fallen zuzugeben. Na immerhin.

Jaume Cabrè „Die Stimmen des Flusses“
Ich lese Bücher normalerweise aus Prinzip fertig. Aber als ich hier nach 100 Seiten noch immer nicht das geringste Interesse für die Figuren aufbringen konnte und der Erzählstil und die gänzlich unmarkierten Zeitsprünge mitten im Absatz mir dermaßen auf die Nerven gegangen sind war ich tapfer und habe beschlossen, dass ich mit meiner Zeit doch besseres anzufangen weiß. (Puzzeln zum Beispiel und GUTE Bücher hören.)

Chris Colfer „Struck By Lightning“
Oh noch mal: WTF? Am Anfang fand ich das Geläster und Gezeter des Protagonisten ja noch zum Schmunzeln. Aber das hatte sich ganz schnell abgenutzt und war vor allem total sinnlos und hat zu gar nichts geführt. Und dann so ein schräges billiges Ende, weil dem guten Chris nichts anderes eingefallen ist, wie er das ganze jetzt auflösen soll. Pubertärer Kackdreck.

Philipp Roth „American Pastoral“ und Ian McEwan „Saturday“
fasse ich jetzt einfach mal zusammen, weil ich zu beiden das exakt selbe zu sagen haben:

weiße, mittelalte Männer, die in der Krise stecken, komische Verhältnisse zu ihren Töchtern haben und mehr (Roth) oder weniger (McEwan) verkappt ihre Töchter vögeln wollen und sterbenslangweilige innere Monologe halten INTERESSIEREN MICH NICHT.

Jay McInerney „The Good Life“
Auch hier hatte ich ein großes Problem mit der Sexismuskappe. Frauen wollen in der Ehe dieses und jenes, aber auf keinen Fall unter normalen Umständen ihren Mann betrügen. What?
Sehr schade, abgesehen davon und vom fatalen Ende war die Geschichte ganz nett. Die Idee 9/11 aus der Sicht von mehr oder weniger am Rande betroffenen zu erzählen, die bei den Aufräumarbeiten helfen, fand ich auch nicht doof.
Aber ein Buch, das mir verkaufen will, dass es doch eine total tolle Entscheidung der betrügenden und betrogenen Ehefrau ist, WEGEN DER KINDER bei ihrem Ehemann zu bleiben, obwohl er sie VERGEWALTIGT, geht nicht. Geht nicht. Geht nicht. Geht nicht. Dafür gibt es nicht mal ein WTF. Dafür gibt es die Antiliste und Hass, Hass, Hass.

Mensch – Maschine update

Wer sich fragt, wie es meinem Buch-Versuch (hihi) geht:

Sehr weit bin ich leider noch nicht gekommen, weil ich einen vermeintlich neuen Scarlett Thomas Roman entdeckt habe („Bright Young Things”), der sich dann als ganz alter herausstellte, und trotzdem toll war, obwohl ich jedes andere Buch mit dem Klappentext sofort in die Tonne getreten hätte. Bei Scarlett Thomas bin ich zugegeben voreingenommen. Die will ich toll finden. Nur PopCo fand ich verhältnismäßig schwach, das mag aber auch an meiner völlig falschen Erwartungshaltung gelegen haben.

Und dann musste ich noch „American Gods“ von Herrn Gaiman lesen, weil ich aus Versehen zuerst „Anansi Boys“ (den „zweiten“ Teil) gelesen hatte und als Serienjunkie geht so was ja gar nicht. Leider war ich auch von „American Gods“ etwas underwhelmed, auch wenn ich genauso wie bei „Anansi Boys“ das Ende super fand und die letzten 200 Seiten dann auch endlich spannend.

Von den Empfehlungen habe ich bisher Muriel Barbery “Die Eleganz des Igels“ (The Elegance of the Hedgehog) gelesen, das mir leider überhaupt nicht gefallen hat. (Mensch-Empfehlung)
Da ich derzeit überlege einen eigenen Podcast zu starten will ich hier im Moment nicht mehr dazu schreiben. Sollte das etwas werden wird meine Meinung dort ausführlich zu hören sein.

Noch viel weniger gefallen hat mir „angerichtet“ von Hermann Koch. (Mensch-Empfehlung) Dafür gilt das selbe wie oben. Nur kurz: I’m just not buying it.

Was ich ganz, ganz toll fand ist Nicole Krauss’s „Man Walks Into A Room“, das ich hier auch schon erwähnte. (Mensch-Empfehlung) Ein klarer Anwärter für meine Top Favoriten Liste.

Es gefiel mir sogar besser als Nicole Krauss’s super Bestseller „The History of Love“, das ich kurz danach gelesen habe. (Maschine-Empfehlung)

Im Moment bin ich bei Ian McEwan „ Sweet Tooth“ und bisher völlig begeistert.
Ich werde das am Ende (das ich noch nicht gesetzt habe) übrigens ganz öde nach Punkten, bzw Sternen entscheiden. Ich habe mir für die Mensch-Empfehlungen und die Maschine-Empfehlungen eine Liste angelegt. Bei goodreads kann man 1 bis 5 Sterne für die Bücher vergeben. Da bedeutet dann

1 Stern – did not like it
2 Sterne – it was ok
3 Sterne – liked it
4 Sterne – really liked it
5 Sterne – it was amazing

Wer die meisten Sterne bei gleicher Anzahl Bücher hat gewinnt.

Hier schon mal die momentane Liste an Vorschlägen, falls irgendwer noch nach Inspiration sucht oder mitlesen will:

Frau Gumpert, Buchhandlung ZweiEinsDrei, Hamburg:
Teju Cole „Open City“
Ian McEwan „ Sweet Tooth“
T.C. Boyle „San Miguel“
Nicole Krauss „Man Walks Into A Room“

Christiane Scheven, Buchhandlung ZweiEinsDrei, Hamburg:
Chad Harbach „Die Kunst des Feldspiels“ (The Art Of Fielding)
Daniel Woodrell „Der Tod von Sweet Mister“ (The Death Of Sweet Mister)
Lily Brett „Lola Bensky“
Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer, der Birken liebt“

Cliff Kilian, Buchladen Shakespeare und so, Mainz:
Hilary Mantel „Wölfe“ (Wolf Hall)
Richard Powers „Der Klang der Zeit“ (The Time Of Our Singing)
Jaume Cabré „Die Stimmen des Flusses“
Hermann Koch „angerichtet“

Kurt Idrizovic, Buchladen am Obstmarkt, Augsburg:
John Williams „Stoner“
Alex Capus „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“
Alex Capus „Léon und Louise“
Ian McEwan „Honig“ (Sweet Tooth)
Leon de Winter „Ein gues Herz“
Robert Harris „Intrige“ (An Officer And A Spy)
Stephen King „Joyland“

Und zu Stephen King muss man nach Aussage von Kurt Idrizovic auch unbedingt die Rezension von Dietmar Dath gelesen haben. Ich gebe das hier so weiter.

Herr Fischer, Taschenbuchladen Krüger, Augsburg:
Patrick Ness / Siobhan Dowd „Sieben Minuten nach Mitternacht“ (A Monster Calls)
Patrin Ness „New World – Die Flucht“ (The Knife of never Lettin Go) – Chaos Walking Triology
Ursula Poznanski „Erebos“
Anne C. Voorhoeve „Liverpool Street“

Frithjof Klepp, ocelot, Berlin:
Jonathan Franzen „Die Korrekturen“
Philip Roth „Verschwörung gegen Amerika“
Thomas Wolfe „Schau heimwärts, Engel“
Jenny Erpenbeck“ Heimsuchung“

Tina Friedrich, Uslar & Rai, Berlin
Jonathan Lethem „Chronic City“
James Frey „Das letzte Testament der heiligen Schrift“
William Boyd „Ruhelos“
Gerard Donovan „Winter in Maine“
Junot Diaz „Das kurze wundersame Leben“
John Niven „Koma“

Jenny:
Die Eleganz des Igels – Muriel Barbery
Der Schaum der Tage – Boris Vain
The Secret History – Donna Tartt
Fegefeuer – Sofi Oksanen
The book thief – Marcus Zusak
Tell the wolves I’m home – Carol Rifka Brunt
Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children – Ransom Riggs
All my friends are superheroes – Andrew Kaufman (andre Bücher von Kaufman gehen auch)
Why be happy when you could be normal? – Jeanette Winterson
Doppler – Erlend Loe

Katharina:
Amelie Nothomb – “Metaphysik der Röhren”
Ian McEwan – “Saturday”
Jonathan Franzen – “Freiheit”

Gesa:
Reif Larsen – “Die Karte meiner Träume”
Matthew Sharpe – “Eine amerikanische Familie”
Philip Roth – “Der menschliche Makel”
Und P.G. Wodehouse – alles

Kathrin Weßling: Jonathan Franzen – die Korrekturen

Martin Hilpert: G.D Roberts – Shantaram

Meike: Mark Haddon – The Curious Incident Of The Dog In the Night-Time

Goodreads:
Nicole Krauss „The History of Love
James Robertson „The Testament of Gideon Mack“
Philip Roth „American Pastoral“
Rachel Cohn „Dash & Lily’s Book of Dares“
Jennie Shortridge „When She Flew“
Willy Vlautin „The Motel Life“
Tony Vigorito „ Just a Coule of Days“
Marc-Uwe Kling „Die Känguru Chroniken“
Will Davis „My Side Of The Story“
Rosecrans Baldwin „You Lost Me There“
Jennifer Brown „Hate List“

Nachtrag:

Zadie Smith “NW”
Paullina Simons “The Girl IN Times Square”
Ferdinand von Schirach “Verbrechen”
Terry Prachtett “Guards, Guards”
Terry Pratchett & Neil Gaiman “Good Omens”
Tom Perrotta “Joe College”
Sarah Ockler “Twenty Boy Summer”
Matthew Norman “Domestic Violets”
Richard C. Moray “The Hundred-Foot Journey”
Jay Minerney “The Good Life”
Colum McCann “Let The Great World Spin”
Richard Matheson “Somewhere In Time”
David Levithan “Boy Meets Boy”
Nina LaCour “Hold Still”
Nicole Krauss “Great House”
Dorothy Koomson “My Best Friend’s Girl”
Ken Grimwood “Replay”
John Green ” Let It Snow”
Alan Garner “Thursbitch”
Patrick Gale “Notes from an Exhibition”
Neil Gaiman “The Ocean at The End Of The Lane”
Laura Esquivel “Like Water for Chocolate”
Chris Colfer “Struck By Lightening”
Robin Benway “Audrey, Wait”
Pat Barker “Toby’s Room”
Laurie Halse Anderson “Wintergirls”

 

Jetzt muss mir nur noch jemand ganz viel Urlaub schenken…