Mensch – Maschine update #4

Es ist ja so, so lange überfällig, dass ich mal wieder etwas über meinen Fortschritt bei meinem Mensch-Maschine Vergleich berichte!

Und nachdem ich mich das letze mal am unteren Spektrum ausgekotzt habe, heute mal meine bisherigen Favoriten. Ich spare mir ausführliche Inhaltsangaben.

Favoriten bei den Maschinevorschlägen:

Colum McCann „Let the Great World Spin“
Philippe Petit’s Drahtseilakt vom 7. August 74 zwischen den Twin Towers ist der Mittelpunkt für unterschiedliche Erzählstränge, die alle miteinander verbunden sind. Ich hätte sofort noch mal von vorne anfangen können, vor allem um zu entdecken, wo mehr Parallelen versteckt sind. Ganz, ganz wundervoll.

Nicole Krauss „Great House“
Noch ein Roman, der unterschiedliche Erzählstränge hat, hier als Mittelpunkt einen Schreibtisch. Und ich mag normalerweise keine Bücher mit unterschiedlichen Erzählsträngen. Muss also gut sein.

Ken Grimwood „Replay“
Zwischendurch hatte ich so meine Bedenken, wie weit Grimwood das Ding mit der „Zeitreise“ treibt. Aber ach, epische Liebesgeschichten, her damit! Mein einziger Wermutstropfen ist, dass die Phantasie wie eine Welt ohne das Attentat ausgesehen hätte, nicht ausgespielt wird. Aber das hätte vielleicht auch den Rahmen gesprängt.

Laure Halse Anderson „Wintergirls“
Einer der besten Young Adult Romane, die ich bisher gelesen habe. Und das beim schwierigen Thema Essstörungen. Dagegen können die derzeit so gehypten reaktionären Rainbow Rowell Nummern nach Hause gehen.

Über die Discworld von Terry Pratchett habe ich mich ja schon ausführlich ausgelassen.

 

Bei den Menschvorschlägen:

Nicole Krauss „Man Walks Into a Room“
Hatte ich schon mal in meinem glaube ich längstem Blogbeitrag überhaupt zum Thema Podcasts erwähnt im Zusammenhang mit Geschichten, die einen fesseln, ohne dass man sich persönlich im Geringsten identifiziert. Großartig!

Carol Rifka Brunt „Tell the Wolves I’m Home“
Epischer Roman über Freundschaft, Liebe und Verlust. Meiner Meinung nach ein absolutes Must Read!

Donna Tart „The Secret History“
Das nächste Must Read zeitgenössischer Literatur. Endlich mal wieder ein Roman, bei dem man von Anfang an weiß, was passiert und sich voll und ganz dem WARUM hingeben kann. Unheimlich gute Charakterstudien.
Vom persönlichen Effekt her hat es mich stark an Lindquist’s „Let The Right One In“ erinnert.

Um so enttäuschender war dann Donna Tart’s neuestes Werk „The Goldfinch“. Unglaublich in die Länge gezogen. Missverständnisse auf die Spitze getrieben. Nur das Ende war halbwegs ok.

Stephen King „Joyland“
Habe ich schon gelobhuldigt.
Seit dem habe ich es auch noch mal gehört. Michael Kelly, den alle, die dem Zeitgeist frönen als Doug aus “House of Cards” kennen, liest das aber auch einfach so fantastisch. Wer also darüber nachdenkt, das als Hörbuch zu konsumieren: unbedingt in der englischen Fassung gelesen von Michael Kelly.

Ian McEwan „Sweet Tooth“ hatte ich schon erwähnt. Da war das positive Leseerlebnis auch noch nicht getrübt von „Saturday“.

Robert Harris „An Officer and a Spy“
Hatte bei mir ein wenig den Romeo und Julia Effekt. Obwohl die historischen Fakten klar sind (also im Falle der Dreyfus-Affäre, um die es in Harris Roman geht), saß ich die ganze Zeit da und dachte, dass darf doch nicht sein. Da muss doch jetzt jemand anders handeln. Historischer Stoff unheimlich gut aufbereitet.

Alex Capus „Léon und Louise“
Da war ich mir länger nicht sicher, wie es wohl finden werde. Die Antwort ist toll! Alternative Lebensentwürfe, her damit.

Olga Grjasnowa „Der Russe ist einer, der Birken liebt“
Sollten alle lesen, die bei Sätzen wie „Wir sind Weltmeister“ zusammen zucken. Und die, die solche Sätze sagen, vielleicht erst recht.

Gregory David Roberts „Shantaram“
Das einzige was mich auf Dauer ein wenig genervt hat, war das ständige hätte ich da schon gewusst, hätte ich dies, hätte ich das. Aber sonst: super spannend und interessant.

Chad Harbach „The Art of Fielding“
Gute Romane über Freundschaften und Identitätsfindung stehen derzeit bei mir ganz oben. Somit ein Volltreffer.

Was ich bei dem aktuell hohen Lese / Hörpensum festgestellt habe ist, dass ich viel zu wenig Frauen lese / höre. Deshalb habe ich mich, nachdem ich alles was es für den Mensch-Maschine Vergleich als Hörbücher gab abgearbeitet hatte, zum Hören gezielt auf die Suche nach Autorinnen gemacht.

Da ich die letzten beiden Siri Hustvedts noch nicht gelesen hatte und ich die Prämisse unheimlich spannend fand habe ich mir zuerst „The Blazing World“ geholt. Keine leichte Kost aber fantastisch gut. Für Menschen die intelligente Bücher mögen auch hier: Must Read.

Und das gilt auch für Amy Waldman’s „The Submission“. MUST READ (OR LISTEN).